Zu Stundenbeginn schätzen Lernende auf einer Skala von eins bis fünf ein, wie präsent sie sich fühlen, und notieren eine Störquelle. Am Ende folgt eine zweite Einschätzung plus kurzer Satz, was half. Schon nach zwei Wochen werden Muster sichtbar, aus denen konkrete Anpassungen der Rituale entstehen, die wiederum gemeinsam auf Wirkung überprüft und weiter verfeinert werden.
Grün bedeutet: weiter so; Gelb: kurzer Reset nötig; Rot: Hilfe erbeten. Diese stillen Signale erlauben Unterstützung, ohne Arbeitsfluss zu unterbrechen. Eine Lehrkraft bemerkte, dass leise Gelb-Phasen oft genügen, um mit einer Atemsequenz oder Positionswechsel die Qualität der Arbeit zu retten. Die Klasse fühlte sich gesehen, ohne dauernd mit Worten um Aufmerksamkeit zu ringen.
Alle zwei Wochen nehmen sich Tandems fünf Minuten, um eine konkrete Situation zu analysieren: Auslöser, Reaktion, alternative Option. Die Lehrkraft sammelt anonymisierte Einsichten, passt Rituale an und teilt gelungene Strategien. Dieses Verfahren verstärkt die Verantwortung der Lernenden für ihr eigenes Aufmerksamkeitsverhalten und wandelt moralische Appelle in überprüfbare Experimente mit realen, motivierenden Effekten.